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Die Rolle der RNA-Regulation und Epitranskriptomik in Erkrankungen verstehen

Einführung

Dem Hauptdogma der Biologie zufolge ist RNA das Molekül, das die in der DNA enthaltene genomische Information in Protein übersetzt. Diese vereinfachte Sichtweise wird jedoch nicht einmal im Ansatz der Komplexität der RNA-Funktion gerecht. Die Entwicklung neuer Reagenzien und Techniken, wie der RNA Cross-Linking und Immunpräzipitations (CLIP)-Technik gekoppelt mit Next Generation Sequencing, hat transkriptomweite Analysen ermöglicht, die zu einer Explosion der Forschung in diesem aufkommenden Gebiet geführt haben. Die Ergebnisse? Neue Einsichten darüber, wie die RNA-Regulation zum Fortschreiten vieler verschiedener Erkrankungen beiträgt.

Nach der Transkription treten messenger RNAs (mRNAs) mit RNA-bindenden Proteinen (RBPs) in Wechselwirkung, um messenger Ribonukleoprotein (mRNP)-Komplexe zu bilden, die das Schicksal bestimmter mRNAs regulieren (1). Dies umfasst das Capping, Splicing, den Transport, die Stabilität, das Silencing, den Verfall und die Translation der mRNA (1, 2). Die Epitranskriptomik, die die post-transkriptionellen Modifikationen der RNA bezeichnet, darunter die Methylierung von Adenosin und Cytosin, das Adenosin-zu-Inosin-Editieren und die Pseudouridilierung, spielen ebenfalls eine wichtige Rolle beim Beeinflussen des mRNA-Schicksals und machen die Komplexität der Regulation der Gen-Expression nochmal um einiges vielschichtiger.

RNA-Methylierung

N6-Methyladenosin (m6A)

N6-Methyladenosin (m6A) ist die am häufigsten vorkommende und am besten verstandene RNA-Modifikation. Ähnlich wie bei Histonmodifikationen gibt es m6A-spezifische Writer, Reader und Eraser. Die m6A-Modifikation wird durch den METTL3/METTL4-Methyltransferasekomplex katalysiert, um die Wechselwirkung mit m6A-Bindeproteinen wie YTHDC, YTHDF und eIF3 zu ermöglichen. Diese Wechselwirkungen vermitteln von der m6A-Modifikation abhängige zelluläre Ereignisse wie die Förderung der Translation und die RNA-Stabilität. m6A-Modifikationen können durch Demethylasen wie FTO und ALKBH5 rückgängig gemacht werden. Es gibt Hinweise, die darauf hin deuten, dass m6A-Modifikationen in der Entwicklung, T-Zell-Homöostase und der Pluripotenz von embryonalen Stammzellen eine Rolle spielen (3).

Abnorme m6A-Modifikationen sind in eine Vielzahl von Krebsarten verstrickt (4). Die beteiligten Mechanismen, mit denen Writer, Reader und Eraser die Tumorentstehung begünstigen, scheinen für die betroffene Ziel-mRNA und den Typ von Krebs spezifisch zu sein. Bei der Akuten Myeloiden Leukämie (AML) führen zum Beispiel erhöhte Mengen an METTL3 zur Überexpression des anti-apoptotischen Onkogens BCL-2, während verringerte Mengen an METTL3 in Glioblastomen zur einer erhöhten Expression des Onkogens ADAM19 führen.

Es liegen Hinweise vor, dass m6A-Modifikationen auch eine Rolle beim Zelltod dopaminerger Nerven spielen, einem Hauptmerkmal der Parkinson-Krankheit (PK) (5). Im Stratium von Rattengehirnen werden transkriptomweit verringerte Niveaus von m6A-Modifikationen beobachtet. Die Überexpression von FTO in dopaminergen Zellen induziert die Expression des NMDA-Rezeptor 1, verstärkt oxidativen Stress und erhöht die Ca2+-Konzentration, um die Apoptose einzuleiten. Genetische Varianten im Intron 1 und Intron 2 des FTO-Gens wurden ebenfalls mit der Alzheimer-Krankheit (AK) in Zusammenhang gebracht. SNPs in diesen Regionen wurden in Kaukasiern europäischer Abstammung und in karibischen Lateinamerikanern gefunden. Auch wird FTO in AK-Patienten im Vergleich zu Kontrollen in geringeren Mengen exprimiert (6).

N6-Methyladenosine (m6A) (D9D9W) Rabbit mAb #56593

N6-Methyladenosine (m6A) (D9D9W) Rabbit mAb #56593: Die Spezifität des N6-Methyladenosine (m6A) (D9D9W) Rabbit mAb wurde durch einen kompetitiven ELISA bestimmt. Das Diagramm zeigt die Bindung des Antikörper an die vorfixierten m6A-Oligonukleotide in Anwesenheit steigender Konzentrationen verschiedener unterschiedlich modifizierter Adenosine. Wie im Diagramm gezeigt, wird die Antikörperbindung ausschließlich durch freie m6A-Nukleoside geblockt.

METTL3 (E3F2A) Rabbit mAb #86132

METTL3 (E3F2A) Rabbit mAb #86132: Die Chromatin-Immunpräzipitationen wurden mit quervernetztem Chromatin aus mES-Zellen und entweder dem METTL3 (E3F2A) Rabbit mAb oder dem Normal Rabbit IgG #2729 unter Verwendung des SimpleChIP® Plus Enzymatic Chromatin IP Kit (Magnetic Beads) #9005 durchgeführt. Die angereicherte DNA wurde mittels Real-Time-PCR unter Verwendung der SimpleChIP® Mouse Sox2 Exon1 Primers #30180, Maus KLF2 Intron 2 Primers und SimpleChIP® Mouse MYT-1 Promoter Primers #8985 quantifiziert. Die Menge der immunpräzipitierten DNA in jeder Probe ist als Signal relativ zur Gesamtmenge des Input-Chromatins dargestellt, die dem Wert 1 entspricht.

FTO (D6Z8W) Rabbit mAb #31687

FTO (D6Z8W) Rabbit mAb #31687: Western Blot-Analyse von Extrakten verschiedener Zelllinien mit dem FTO (D6Z8W) Rabbit mAb (oben) oder dem GAPDH (D16H11) XP® Rabbit mAb #5174 (unten).

YTHDC1 (E4I9E) Rabbit mAb #77422

YTHDC1 (E4I9E) Rabbit mAb #77422: Western-Blot-Analyse von Extrakten aus verschiedenen Zelllinien unter Verwendung des YTHDC1 (E4I9E) Rabbit mAb.

N6,2′-O-Dimethyladenosin (m6Am)

mRNAs können eine N7-Methylguanosin (m7G)-Modifikation am 5’-Ende tragen, die für die Rekrutierung von Initiationsfaktoren verantwortlich ist und Zellen die Fähigkeit verleiht, zwischen eigener und viraler mRNA zu unterscheiden (7). Eine reversible Methylmodifikation tritt auf, wenn das erste Nukleotid nach der m7G-Kappe, 2′-O-Methyladenosin (Am), durch den Writer CAPAM/PCIF1 zusätzlich methyliert wird, um N6,2′-O-Dimethyladenosin (m6Am) zu bilden (7). Diese Methylgruppe kann durch den m6Am-Eraser FTO wieder entfernt werden. Studien deuten darauf hin, dass die Methylierung durch CAPAM/PCIF1 die Translation der Kappen-tragenden mRNA fördert, während in anderen Studien eine erhöhte Stabilität der m6Am-modifizierten RNA im Vergleich zu ihrem Am-Gegenspieler beobachtet wurde.

CAPAM/PCIF1 Antibody #98085

CAPAM/PCIF1 Antibody #98085: Western Blot-Analyse von Extrakten aus verschiedenen Zelllinien mit dem CAPAM/PCIF1 Antikörper.

N1-Methyladenosin (m1A)

Im Gegensatz zu m6A und m6Am stört die N1-Methyladenosin (m1A)-Modifikation die Watson-Crick-Basenpaarung und behindert so möglicherweise Wechselwirkungen zwischen Proteinen und der RNA (8). Von ihr wird ebenfalls angenommen, dass sie die Stabilität der tRNA und rRNA reguliert. Aufgrund der Schwierigkeit, diese Modifikation zu identifizieren, ist über sie wesentlich weniger bekannt als über die m6A- und m6Am-Modifikationen. Das Vorliegen dieser m1A-Modifikationen in der mRNA ist nicht eindeutig, da manche Gruppen sie reichlich nachgewiesen haben, während andere Gruppen sie überhaupt nicht nachweisen konnten. Der Grund liegt eventuell in den unterschiedlichen Sequenzierungstechnologien, die angewendet wurden. Gruppen, die die m1A-Modifikation in der mRNA gefunden haben, identifizierten ALKBH3 als einen mRNA m1A-Eraser. Die Identifikation eines m1A-Writer steht jedoch noch aus (9).

ALKBH3 (E6S4R) Rabbit mAb #87620

ALKBH3 (E6S4R) Rabbit mAb #87620: Western Blot-Analyse von Extrakten aus A549- und PC-3-Zellen, leer transfiziert (-) oder mit ALKBH3 siRNA (+) transfiziert. Verwendet wurde der ALKBH3 (E6S4R) Rabbit mAb (oben) oder der β-Actin (D6A8) Rabbit mAb #8457 (unten).

Weitere RNA-Modifikationen

Pseudouridin

Pseudouridin ist eine Modifikation, bei der die Stickstoff-Kohlenstoff-Bindung im Uracil gegen eine Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindung ausgetauscht wird. Pseudouridin-Synthasen (PUS-Proteine) wie Dyskerin katalysieren diese Veränderung hauptsächlich in tRNAs, um die tRNA-Stabilität zu fördern (10). PUS-Proteine modifizieren auch rRNAs, um den Zusammenbau von Ribosomen zu unterstützen, was für eine ordnungsgemäße Proteinsynthese notwendig ist. Die mRNA-Pseudouridylierung wurde erst kürzlich entdeckt und beeinflusst möglicherweise das mRNA-Splicing, die Translation, die Halbwertszeit und die Regulation der Translation.

Eine anormale Aktivität des Dyskerin-Proteins korreliert mit dem Fortschreiten von Krebs und einer schlechten Prognose für die Patienten. Die Pseudouridylierung spielt auch in der Regulation viraler Latenzprozesse von HIV-Infektionen eine Rolle und wird mit Morbus Crohn, Zöliakie, der X-chromosomalen Dyskeratosis congenita (X-DC), der maternal vererbten Diabetes mit Schwerhörigkeit (MIDD, Maternally Inherited Diabetes and Deafness) und der mitochondrialen Myopathie, Laktatazidose und Sideroblastischen Anämie (MLASA) in Verbindung gebracht.

Dyskerin (D6N4K) Rabbit mAb #53234

Dyskerin (D6N4K) Rabbit mAb #53234: Western Blot-Analyse von Extrakten aus verschiedenen Zelllinien unter Verwendung des Dyskerin (D6N4K) Rabbit mAb.

Adenosin-zu-Inosin-Konversion

ADARs (Adenosine Deaminases Acting on RNAs) katalysieren die Deaminierung von Adenosin, um in prä-mRNAs Inosin zu bilden. Diese Reaktion, auch als A-zu-I-Edierung bekannt, verändert das RNA-Spleißen und die RNA-Reifung, und sie kann zu Veränderungen in der Proteinkodierung und -funktion führen. Zusätzlich haben neuere Studien gezeigt, dass die A-zu-I-Edierung die angeborene Immunantwort gegen körpereigene RNA verhindert (11). Das Edieren durch ADAR1 kann doppelsträngige RNAs (dsRNAs) destabilisieren und die Aktivierung von RIG-I oder MDA5, zwei Überwachungsproteinen, die am Erkennen und Abräumen von körperfremdem Material beteiligt sind, unterdrücken.

Das A-zu-I-Edieren trägt zum Fortschreiten von Krebs bei, indem es die Kodierung und das Verhalten von Proteinen wie AZIN1 verändert. Das A-zu-I-Edieren von AZIN1 führt zu einer Serin-zu-Glycin-Substitution an Rest 367, die die Fähigkeit dieses Inhibitors verstärkt, den Abbau mehrerer Onkoproteine zu unterdrücken, die dann wiederum die Beweglichkeit von Zellen, die Invasion und die Metastase fördern. Zusätzlich überwindet der Verlust oder Knock-down von ADAR1 in Krebszellen die Resistenz gegen Immuntherapien (12).

Das A-zu-I-Edieren scheint auch HIV-Infektionen zu modulieren. Jedoch gibt es derzeit noch keine Einigkeit darüber, wie es diese Krankheit reguliert. Obwohl für das A-zu-I-Edieren der RNA von HIV-1 gezeigt wurde, dass es den Zusammenbau von Viren unterbindet und die Vermehrung in primären Makrophagen hemmt, korreliert eine erhöhte ADAR1-Aktivität mit einer erhöhten viralen Replikation von HIV-1 in CD4+ T-Zellen (11). Um die Auswirkungen des A-zu-I-Edieren auf HIV-Infektionen zu verstehen, sind noch weitere Studien erforderlich.

ADAR (E6X9R) XP® Rabbit mAb #81284

ADAR (E6X9R) XP® Rabbit mAb #81284: Konfokale Immunfluoreszenz-Analyse von HCT 116-Zellen, entweder Wildtyp (links, positiv) oder ADAR1- Knockout (rechts, negativ), mit dem ADAR1 (E6X9R) XP® Rabbit mAb (grün). Aktinfilamente wurden mit DyLight™ 650 Phalloidin #12956 (rot) markiert.

Alternatives Spleißen

Alternatives Spleißen ist ein regulierter Prozess, bei dem ausgehend von einem einzigen Gen alternative mRNA-Transkripte erzeugt werden. Dies resultiert in der Translation verschiedener Isoformen desselben Proteins, die verschiedene Funktionalitäten, Bindepartner und/oder subzelluläre Lokalisationen aufweisen können. Die grundlegenden Formen des alternativen Spleißens umfassen das konstitutive Spleißen, das Beibehalten von Introns (intron retention), das Überspringen von Exons (exon skipping), die Auswahl alternativer Spleißstellen, wechselseitig sich ausschließendes Spleißen, die Auswahl alternativer Promoter und alternative Polyadenylierungsstellen (13). Das alternative Spleißen wird von Proteinen wie PTBP1 und heterogenen nukleären Ribonukleoproteinen wie hnRNP A1 reguliert, die an die prä-mRNA gebunden sind, und es wird von Spleißosomen katalysiert.

Spleißosome befinden sich im Zellkern von eukaryotischen Zellen und sind große molekulare Maschinen, die aus snRNAs (small nuclear RNAs) und Proteinen aufgebaut sind. Die „Major Spliceosomes“ sind die am häufigsten in eukaryotischen Zellen vorliegenden Spleißosomen und bestehen aus snRNPs mit U1-, U2-, U4-, U5- und U6-snRNAs, während „Minor Spliceosomes“ weniger häufig vorliegen und snRNPs mit U11-, U12-, U4atac-, U4- und U5-snRNAs enthalten (14). Spleißosome erkennen verschiedene Sequenzelemente in der prä-mRNA, zum Beispiel eine Spleißstelle am 5’-Ende, bevor sie nicht-kodierende Introns entfernen und die flankierenden Exons wieder zusammenknüpfen, um die reife gespleißte mRNA zu bilden. Der Kern des Spleißosom rekrutiert zudem Proteine wie SAM68, die das alternative Spleißen unterstützen.

SAM68 ist ein RNA-bindendes Protein (RBP), das das alternative Spleißen der CD44-mRNA und anderer RNAs reguliert. Viele Funktionen von SAM68 und seinen alternativ gespleißten Ziel-RNAs stehen mit der Entwicklung der spinalen Muskelatrophie und mit Krebs in Verbindung (15). TDP-43, ein Protein, das das Spleißen, die Stabilität und den Transport von RNA reguliert, wird in Patienten mit Frontotemporallappen-Degeneration und Amyotropher Lateralsklerose abweichend ubiquitiniert, phosphoryliert und gespalten, und bildet so Fragmente, die sich zu unlöslichen Aggregaten zusammenlagern (16). Zu guter Letzt fördert auch noch UAP56, ein ATP-abhängiger Spleißfaktor, die Entstehung der Spleißvariante AR-V7 des Androgenrezeptors, die mit dem metastatischen kastrationsresistenten Prostatakarzinom assoziiert ist (17, 18). Weitere Spleißvarianten, von denen bekannt ist, dass sie eine bedeutende Rolle beim Fortschreiten von Krebserkrankungen und/oder bei der Resistenz gegen Krebsbehandlungen spielen, umfassen die 12 verschiedenen Spleißvarianten von p53, die mit vielen verschiedenen Krebsarten in Verbindung gebracht wurden (19). Klinische Studien deuten darauf hin, dass ein Expressionsprofil der p53-Isoformen mit der Tumorprogression und der klinischen Antwort auf Therapien in Zusammenhang gebracht werden kann.

UAP56 Antibody #55509

UAP56 Antibody #55509: Western Blot-Analyse von Extrakten aus verschiedenen Zelllinien mit dem UAP56-Antikörper (oben) und dem β-Actin (D6A8) Rabbit mAb #8457 (unten).

SAM68 Antibody #12538

SAM68 Antibody #12538: Western-Blot-Analyse von Extrakten aus verschiedenen Zelllinien unter Verwendung des SAM68 Antikörpers.

hnRNP A1 (D21H11) Rabbit mAb #8443

hnRNP A1 (D21H11) Rabbit mAb #8443: Konfokale Immunfluoreszenz-Analyse von HeLa-Zellen mit dem hnRNP A1 (D21H1) Rabbit mAb (grün). Aktinfilamente wurden mit DyLight™ 554 Phalloidin #13054 (rot) markiert.

PTBP1 (E4I3Q) Rabbit mAb #57246

PTBP1 (E4I3Q) Rabbit mAb #57246: Chromatin-Immunpräzipitationen wurden mit quervernetztem Chromatin aus MCF7-Zellen durchgeführt, die für 4 d in Phenolrot-freiem Medium und 5 % Aktivkohle-behandeltem FBS kultiviert wurden, gefolgt von einer Behandlung mit β-Östradiol (10 nM, 45 Min.). Verwendet wurde entweder der PTBP1 (E4I3Q) Rabbit mAb oder der Normal Rabbit IgG #2729 zusammen mit dem SimpleChIP® Plus Enzymatic Chromatin IP Kit (Magnetic Beads) #9005. Die angereicherte DNA wurde mittels Real-Time-PCR, den SimpleChIP® Human LENG8 5’ UTR Primers #70823 und den SimpleChIP® Human α Satellite Repeat Primers #4486 quantifiziert. Die Menge der immunpräzipitierten DNA in jeder Probe ist als Signal relativ zur Gesamtmenge des Input-Chromatins dargestellt, die dem Wert 1 entspricht.

PRP4K (D27A1) Rabbit mAb #8577

PRP4K (D27A1) Rabbit mAb #8577: Western Blot-Analyse von Extrakten aus HT-1080- und HeLa-Zellen mit dem PRP4K (D27A1) Rabbit mAb.

LSm2 (D9X6C) Rabbit mAb #13119

LSm2 (D9X6C) Rabbit mAb #13119: Western-Blot-Analyse von Extrakten aus verschiedenen Zelllinien mit dem LSm2 (D9X6C) Rabbit mAb.

TDP43 (D9R3L) Rabbit mAb #89789

TDP43 (D9R3L) Rabbit mAb #89789: Immunhistochemische Analyse eines in Paraffin eingebetteten menschlichen Dickdarmkarzinoms mit dem TDP43 (D9R3L) Rabbit mAb

miRNA-Maschinerie (AGO/Dicer)

miRNAs sind nicht-kodierende RNAs, die Ziel-mRNAs entweder abbauen oder deren Expression hemmen, und dadurch die Gen-Expression posttranskriptional regulieren (20). Sie werden von der RNA-Polymerase II in primäre miRNAs (pri-mRNAs) transkribiert, die dann im Zellkern von Drosha und DGCR8 gespalten werden, um prä-miRNAs zu bilden. Diese prä-miRNAs, die kurze Haarnadelstrukturen tragen, werden anschließend von XPO5 in das Zytoplasma exportiert, wo sie durch Dicer weiter zu reifen miRNAs prozessiert werden. Die reife miRNA geht dann mit Proteinen wie Argonaute 2 (AGO2) und TRBP Wechselwirkungen ein, um den RNA-induced Silencing Complex (RISC) zu bilden. Das RISC-abhängige Gen-Silencing geschieht entweder durch den Abbau der mRNA oder die Hemmung der Translation.

Von Störungen in der miRNA-Maschinerie, wie eine veränderte Expression von AGO2, Drosha und DGCR8, wurde gezeigt, dass sie die Krebsentstehung in vielen Krankheitszusammenhängen fördern. Ebenso wurde die Fehlregulation der miRNA mit Herz- und Nierenerkrankungen in Verbindung gebracht (21, 22).

Argonaute 2 (C34C6) Rabbit mAb #2897

Argonaute 2 (C34C6) Rabbit mAb #2897: Western Blot-Analyse von Extrakten aus verschiedenen Zelllinien mit dem Argonaute 2 (C34C6) Rabbit mAb.

TRBP2 (D7C8K) Rabbit mAb #62043

TRBP2 (D7C8K) Rabbit mAb #62043: Western Blot-Analyse von Extrakten aus verschiedenen Zelllinien mit dem TRBP2 (D7C8K) Rabbit mAb.

Drosha (D28B1) Rabbit mAb #3364

Drosha (D28B1) Rabbit mAb #3364: Western Blot-Analyse von Extrakten aus verschiedenen Zelllinien mit dem Drosha (D28B1) Rabbit mAb.

Dicer (D38E7) Rabbit mAb #5362

Dicer (D38E7) Rabbit mAb #5362: Western Blot-Analyse von Extrakten aus MCF7- und 293-Zellen mit dem Dicer (D38E7) Rabbit mAb.

DGCR8 (D78E4) Rabbit mAb #6914

DGCR8 (D78E4) Rabbit mAb #6914: Western Blot-Analyse von Extrakten aus 293- und HeLa-Zellen mit dem DGCR8 (D78E4) Rabbit mAb.

RNP-Granula

mRNAs interagieren mit RNA-bindenden Proteinen (RBPs), um mRNA-Granula zu bilden, die die Lokalisierung, Stabilität und Translation der mRNA regulieren. Von den vielen verschiedenen vorkommenden Arten von Granula, sind die Stress-Granula und die Prozessierungskörperchen („P-Bodies“) die am besten charakterisierten (23). P-Bodies sind zytoplasmatische RNA-Granula, die Decapping-Enzyme, Translationsregulatoren, Elemente der miRNA-Maschinerie und Faktoren enthalten, die mit dem „Nonsense-mediated mRNA Decay“ in Verbindung stehen. Stress-Granula schützen bestimmte mRNAs unter Bedingungen von zellulärem Stress, und sie enthalten Elongationsfaktoren, 40 ribosomale Untereinheiten und zurückgehaltene mRNAs. Sie bilden sich als Antwort auf die Stress-induzierte Phosphorylierung von eIF2. G3BP1 ist ein Protein, das mit der SH3-Domäne von RasGAP in Wechselwirkung tritt und oft als Marker für Stress-Granula eingesetzt wird. Es ist für den Zusammenbau von Stress-Granula entscheidend, da es als ein nukleierendes Protein für Stress-Granula wirkt (24).

Die anormale oder dauerhafte Bildung von Stress-Granula trägt möglicherweise zu degenerativen Erkrankungen wie der Amyotrophen Lateralsklerose, dem Paget-Syndrom und der Frontotemporalen Lobären Degeneration bei (25). Zellen, die von diesen Krankheitszuständen befallen sind, weisen Einschlusskörper auf, die viele derselben Komponenten enthalten wie Stress-Granula. Zudem werden viele mutierte Proteine, die mit diesen Erkrankungen in Verbindung gebracht werden, entweder in Stress-Granula gefunden oder sie treiben die Bildung abnormer Stress-Granula voran. Es gibt auch Hinweise darauf, dass zwischen Stress-Granula und Krebs ein Zusammenhang besteht. Die Mechanismen, die in das Vorantreiben von Krebserkrankungen verwickelt sind, müssen jedoch erst noch aufgedeckt werden (23).

XRN1 Antibody #70205

XRN1 Antibody #70205: Western Blot-Analyse von Extrakten aus den Zelllinien KARPAS-299, HDLM-2 und U-2 OS mit dem XRN1 Antikörper (oben) und dem α-Actinin (D6F6) XP® Rabbit mAb #6487 (unten). KARPAS-Zelllinien-Quelle: Dr. Abraham Karpas an der University of Cambridge.

G3BP1 Antibody #17798

G3BP1 Antibody #17798: Konfokale Immunfluoreszenz-Analyse von HeLa-Zellen, serumdepletiert (links) oder serumdepletiert und anschließend mit Natriumarsenit (500 μM, 30 Min.) behandelt (rechts), unter Verwendung des G3BP1 Antikörpers (grün). Aktinfilamente wurden mit DyLight™ 554 Phalloidin #13054 (rot) markiert. Die Proben wurden in ProLong® Gold Antifade Reagent with DAPI #8961 (blau) eingedeckt.

TIAR (D32D3) XP® Rabbit mAb #8509

TIAR (D32D3) XP® Rabbit mAb #8509: Konfokale Immunfluoreszenz-Analyse von HeLa-Zellen, unbehandelt (links) oder mit UV behandelt (rechts), mit dem TIAR (D32D3) XP® Rabbit mAb (grün). Aktinfilamente wurden mit DyLight™ 554 Phalloidin #13054 (rot) markiert. Blue pseudocolor = DRAQ5® #4084 (fluorescent DNA dye)

TIA-1 (D1Q3K) Rabbit mAb #86050

TIA-1 (D1Q3K) Rabbit mAb #86050: Immunpräzipitation von TIA-1 aus Lysaten von KARPAS-299-Zellen. Bahn 1 repräsentiert 10 % Ausgangsmaterial, Bahn 2 zeigt die Rabbit (DA1E) mAb IgG XP® Isotype Control #3900 und Bahn 3 den TIA-1 (D1Q3K) Rabbit mAb. Der Western Blot wurde mit dem TIA-1 (D1Q3K) Rabbit mAb durchgeführt. Um eine Kreuzreaktivität mit IgG zu vermeiden, wurde ein konformationspezifischer sekundärer Antikörper eingesetzt. Bezugsquelle der Zelllinie: Dr. Abraham Karpas an der University of Cambridge.

Quellenangaben

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